Lama Yeshe zu Gast in der Dharmagruppe Münster

Der Raum der Dharmagruppe ist gut gefüllt. Zu dem Wochenendseminar sind nicht nur Mitglieder der Dharmagruppe anwesend. TeilnehmerInnen sind aus Düsseldorf, Unna, Bad Bentheim und Berlin angereist.

Lama Yeshe gibt eine Einführung in LojongLama Yeshe Sangmo, ein buddhistisches Geistestraining, dass es jedem ermöglichen soll, in Kontakt mit tiefem zeitlosem Glück zu kommen, unabhängig von nicht beeinflussbaren äußeren Umständen. Sehr authentisch berichtet Yeshe von ihren eigenen Erfahrungen in der Auseinandersetzung mit buddhistischer Praxis. Ihr zuzuhören ist auch über mehrere Stunden gut möglich. Gut angeleitete Meditationen und Körperübungen sowie die Rezitation des „Herz Sutras“ geben dem Seminar noch mehr Tiefe.

In einem Interview berichtet Lama Yeshe von Ihrem Weg in den Buddhismus.

Schon in der Pubertät habe ihre Suche nach Weisheit und Tiefe begonnen. Als Nachkriegskind habe sie die zerstörten Städte und die durch den Krieg zutiefst beeinträchtigten Menschen erlebt. Bei ihrer Elterngeneration stieß sie mit ihren Fragen auf viele Tabus.

Mit Ende 20 inzwischen schon früh Mutter einer Tochter geworden, gab es Begegnungen mit buddhistischen Lehrern in Deutschland. Im Anschluss an eine Tibetreise traf Yeshe in Katmandu schon sehr früh die großen Lehrer des tibetischen Buddhismus der Kagyü-Linie, wie Kalu Rinpoche, Shamar Rinpoche und Gendün Rinpoche. Sie alle hatten für Yeshe eine beeindruckende Ausstrahlung und Glaubwürdigkeit.

Wieder zurück in Deutschland endschied sie sich ins Kamalashila Zentrum in Mechernich zu gehen um dort zu leben. Hier war mehrfach Gendün Rinpoche zu Gast und Yeshe begleitete ihn auf seinen Reisen. Sie war erneut beeindruckt von seiner Ausstrahlung und Authentizität. So war es für sie nur schlüssig sich zu ihm nach Frankreich in ein Retreat zu begeben, sobald dies möglich wurde.

Ihre Familie und die gerade erwachsene Tochter zeigten wenig Verständnis für diese Entscheidung.

In langen Jahren mehrerer Retreats war es Yeshes Weg, immer mehr Abstand von der Suche nach emotionalem, wackeligem Glück zu nehmen. Die Suche nach zeitlosem Glück führte bei ihr zu einer immer größeren Authentizität. Sie möchte ihre eigenen Potentiale, ihre Buddhanatur mehr und mehr leben und damit anderen hilfreich sein. Dabei war es nicht ihr Ziel ein Lama zu werden.

Heute lebt Yeshe als Nonne und Lama in einer buddhistischen Gemeinschaft in einem vor 10 Jahren von ihr mit gegründeten Dharmazentrum in Möhra (Thüringen).

Als Leiterin dieser Gemeinschaft greift sie immer wieder auf ihre Erfahrungen zurück, die sie in 18 Jahren mit ihrem Lehrer Gendün Rinpoche gemacht hat. Lama Gendün habe alles 100-prozentig gemacht und sei nach wie vor ihr großes Vorbild.